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Der Anfang 1921

Wer sich unter den Vereinen der Umgebung einmal umschaut, wird feststellen, dass eine Vielzahl der Vereine nach den beiden Weltkriegen gegründet wurde. Der Grund hierfür ist ein recht einfach. Die Jugend saß auf der Straße und suchte nach einer Möglichkeit sich zu beschäftigen. Da es damals kaum elektrische Geräte gab (keinen Computer, Fernseher...), blieb nur der Sport und da natürlich ganz besonders der Fußball. Also trafen sich auch in Lutten junge Männer, um einen Sportverein zu gründen, und so wurde während einer Versammlung in der Gaststätte "Kallage" der "Sportverein Lutten" gegründet.

An der Gründungsversammlung nahmen damals unter anderem Alois Themann, Julius Hasenkamp, Franz Riemann, Julius Ostendorf, Theo Stukenborg, Klemens Meiners, Karl Tönjes, Johann Pölking und Franz Sieveke teil.

Den Vorstand bildeten Alois Themann (1. Vorsitzender), Julius Hasenkamp (Schriftführer) und Franz Riemann (Kassenwart). Das erste Spiel, welches als "Verein" ausgetragen wurde, bestritt man gegen eine gemischte Mannschaft aus Vechta/Oythe. Natürlich wurde ein Sieg eingefahren (2:1), so wie es auch heute noch gute Tradition ist.

Folgende Spieler bildeten die Premierenmannschaft:

Franz Sieveke, Franz Hasenkamp, Julius Ostendorf, Johann Pölking, Bernd Dammann, Klemens Meiners, Franz Riemann, Eduard Brüggemann, Julius Hasenkamp, Richard Böging, Karl Tönjes

Ausgetragen wurden die Spiele trotz aller Schwierigkeiten und wann immer es möglich war auf den Weiden verschiedener Landwirte. Zunächst auf einer Weide bei Böging, später dann auf den Weiden der Bauern Hasenkamp, Teping und Hellmann-Kock (jener verlangte als Platzmiete immer "eine Flasche Schluck").

Zu allen Auswärtsspielen wurde grundsätzlich mit der Freundin/Frau, dem Fahrrad (Automobile waren zu dieser Zeit ein absoluter Luxusartikel) und einem fröhlichen Lied auf den Lippen angereist. Nach den Spielen wurde sogar ein Vereinslied gesungen, welches von Bernd Dammann (Jahre später Dirigent des Männgergesangsvereins Lutten) eingeübt wurde und auf dem Lied "Turner auf zu Streite" basierte. Lehrer Themann schied nach nur einigen Jahren aus dem Vorstand aus, Hermann Meiners und Julius Hasenkamp übernahmen sein Amt.

Spielte man zunächst nur mit einer Mannschaft, so wurde einige Zeit später eine zweite Mannschaft aufgestellt. Zusätzlich kamen folgende Spieler zum Einsatz: Josef Hake, Fritz Wollering, Theodor Stukenborg, Alois Böging, Victor Böging, Hermann Meiners, Alfons Hasenkamp, Franz Rießelmann, Hermann Rießelmann, Franz Dammann, Laurenz Dammann, Heinrich Pölking, August Debbeler und Willi Ostendorf.

Auch Schiedsrichter gab es schon. Dieses Amt übten Hermann Meiners und der Student Engelbert Meerpohl aus.

Geregelter Spielbetrieb - die DJK-Zeit

Sieben Jahre nach der Gründung kam der Wunsch nach einem geregelten Spielbetrieb auf und so entschloss man sich, der DJK ("Deutsche Jugendkraft"), einer katholischen Jugendbewegung, die euch heute noch aktiv ist, beizutreten.

Vikar Uptmoor wurde als Folge dieses Beitritts Vorsitzender des Vereins. Schriftführer wurde Victor Böging und Leiter der Spielbetrieb wurde von Karl Tönjes geleitet. Unter anderem spielte man gegen die DJK Mühlen, DJK Rechterfeld, DJK Essen i. O., DJK Damme, DJK Dinklage, DJK Lohne, DJK Vechta, DJK Visbek, DJK Emstek und die DJK Cloppenburg. Da es in Goldenstedt keine DJK Mannschaft gab, spielten auch einige Goldenstedter in der Lutter DJK Mannschaft.

1928 wurde zum ersten Mal so etwas wie ein "Sportplatz" in Betrieb genommen, dieser lag in der Nähe des damaligen Vereinslokals "Kallage". In dieser Zeit wurde auch zum ersten Mal eine Jugendmannschaft aufgestellt.

1934 wurde die gesamte DJK Bewegung von den neuen Machthabern verboten. Dennoch wurde der Spielbetrieb in loser Form aufrechterhalten. Ein Antrag von Frisia Goldenstedt aus dieser Zeit, die drei Vereine in der Gemeinde (Fortuna Einen, Frisia Goldenstedt und eben den TuS Lutten) zu einem Verein zusammenzulegen, wurde zwar von der damaligen Kreisführung befürwortet, aber vom TuS Lutten und auch von Fortuna Einen abgelehnt.

Die Nachkriegszeit

Schon bald, nach Ende des zweiten Weltkrieges dachte man in Lutten daran, den 1921 gegründeten Verein (nur den Fußballbereich, da für andere Sportarten keine Möglichkeiten bestanden) wieder zu beleben.

Allerdings fehlten von den noch vor dem Krieg aktiven Spielern etliche, da sie entweder noch in Kriegsgefangenschaft waren oder aber im Krieg verstarben. Um überhaupt eine Mannschaft aufstellen zu können, wurden neben den bereits vor dem Krieg aktiv gewesenen Spielern jüngere einheimische Nachwuchsspieler und fußballbegeisterte Spieler aus den Lutten zugewiesenen Ostgebieten aufgenommen. Unter anderem gehörten Spieler wie Helmut Baum (noch heute regelmäßig am Sportplatz zu sehen), Bernhard Lorenz, Walter Wiedersich und Heinz Klohs zu der Mannschaft. Bis 1947 wurden auch Spieler aus dem Nachbarort Oythe eingesetzt, bis diese dann ihren eigenen Verein, den VFL gründeten.

Im April 1946 war es dann dank der großen Initiative von Eduard Wegmann soweit. Der formalen Neugründung des TuS Lutten stand nichts mehr im Wege. So beschloss man dann auf der Ende April 1946 durchgeführten Versammlung, sich offiziell zum 01.Mai 1946 neu zu gründen. Zum Vorsitzenden wurde Eduard Wegmann berufen, der aufgrund einer schweren Kriegsverletzung leider nicht mehr aktiv spielen konnte.

Bevor überhaupt nur daran gedacht werden konnte wieder aktiv spielen zu können musste zunächst einmal geklärt werden, wo denn in Zukunft gespielt werden sollte. Das vor dem Krieg als Sportplatz dienende Gelände bei Brüggemann stand nicht mehr zur Verfügung. Bereits im Rahmen der Neugründung beantragte der Vorstand bei der damals selbstständigen Gemeinde Lutten, man möge dem Verein doch eine Fläche zur Verfügung stellen. Der Verein würde diese dann in Eigenregie herrichten und einen angemessenen Pachtpreis zahlen. Da die damalige Militärregierung alle beteiligten Stellen aufgegeben hatte und sportliche Aktivitäten nicht mehr unterstützt wurden, bat man gleichzeitig auch beim Jugendamt des Kreises und beim Kreissportbund um Unterstützung. Vom Offizialat wurde die Nutzung des damaligen Schützenplatzes, dessen Besitzer die Kirchengemeinde war, untersagt und auch Freiherr von Frydag lehnte es ab, eine angedachte Fläche in Amerbusch zur Verfügung zu stellen.

So kam es, dass der Vorstand den oben angesprochenen Stellen am Ende des Jahres 1946 mitteilen musste, dass aufgrund des Fehlens einer geeigneten Sportstätte momentan kein Sportbetrieb möglich sei. Dies obwohl der Verein der Gemeinde sogar einige Ersatzlösungen angeboten hatte, so unter anderem eine Weide bei Kallage und Brüggemann. Auch die Forderung nach einer eventuellen Enteignung wurde laut, denn erst im Mai 1947 beschloss der Gemeinderat, den Kulturausschuss damit zu beauftragen eine geeignete Spielfläche zu beschaffen. Andernorts zeigte man sich hingegen deutlich entschlussfreudiger, wie zum Beispiel in Langförden und Oythe.

Dabei sollte man allerdings berücksichtigen, dass die Ihre Selbständigkeit gerade erst wiedererlangte Gemeinde zu dieser Zeit andere Probleme zu lösen hatte. So mussten im Ort Lutten viele Vertriebene aus den Ostgebieten unterbebracht werden und die Nachkriegsprobleme bewältigt werden.

Der Verein versuchte nun von sich aus, die Platzfrage zu lösen, und so wurden einfache Weideflächen von bereitwilligen Bauern (Scheele, Frilling, Tepe, Brüggemann und Kallage) als Spielfläche genutzt. Die Torpfosten (das Kostbarste, was der Verein besaß, da diese mit Geld nicht zu beschaffen waren) mussten mit Pferd und Wagen oder manchmal auch mit einem Ochsengespann von einer Weide zur nächsten gebracht werden und niemand beschwerte sich darüber, denn wichtig war einfach nur spielen zu können.

Am 11.06. des Jahres 1947 beauftragte das Jugendamt des Kreises die Gemeinde damit, den Bauern Joh. Kallage dazu zu bringen, dem TuS Lutten eine Weidefläche am Bahnhof (Timpener Straße) als Sportplatz zur Verfügung zu stellen. Es gelang schließlich, nach Aushandlung eines entsprechenden Vertrages, die Weide als Sportplatz in Betrieb zu nehmen. In Eigenleistung wurde der Platz dann mit Zaun vom ehemaligen Flughafen Vechta, welcher unter großen Mühen und Gefahren geborgen wurde, eingezäunt.

Als der Platz endgültig hergerichtet war und das erste Spiel ausgetragen werden sollte, musste man feststellen, dass der mühsam aufgebaute Zaun vom mittlerweile aufgetriebenen Vieh beschädigt worden war und das Spielfeld durch Kuhdung verziert worden war. So musste also zukünftig vor jedem Spiel zunächst einmal ein "Räumkommando" den Platz in Ordnung bringen.

Nach nur zwei Jahren traten erneute Schwierigkeiten auf, als der Verpächter, Bauer Joh. Kallage, den gleichen Pachtpreis in der gerade eingeführten Währung "Deutsche Mark" kassieren wollte, und somit den Verein in ernste finanzielle Schwierigkeiten brachte. Nur durch Hilfe aus der Gemeindekasse konnte dieser Engpass überbrückt werden. Die Platzfrage blieb also bis zum Bau der jetzigen Sportanlage am Mittelweg ungelöst.

Ausrüstungsgegenstände wie Bälle, Schuhe und ähnliches wurden vom Kreissportbund oder vom Kreisjugendamt gekauft. Trikots waren noch aus Vorkriegszeiten vorhanden und die ehemaligen Spieler oder deren Angehörigen stellten diese gerne zur Verfügung. Überhaupt war das Interesse der Bevölkerung sehr groß, und an vielen Stellen wurde dem jungen Verein uneigennützig geholfen.

Zum Zeitpunkt der Neugründung hatte der Verein 36 Mitglieder, 1947 bereits 100 und die Mitgliederzahl stieg 1948 auf 166 Mitglieder. Aufgrund der Währungsreform 1948 sank die Zahl allerdings wieder auf 62 und dies veränderte sich auch 1949 nicht.